Juni: Von echten Bäckern, wilden Inseln und zartem Lammfleisch

Pastamaniac: Monatsrückblick Juni 2018

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Juni: Von echten Bäckereien, traditionellem Handwerk, ganz viel Liebe, irischem Lammfleisch, meinem Tipp der Woche und der Frage aller Fragen: Wie oft gab es im Juni Pasta?!

Disclaimer: Dieser Beitrag enthält (unbeauftragte) Werbung und ist deshalb 
als Anzeige gekennzeichnet. So war ich u.a. zu einem Bloggerevent über 
irisches Lammfleisch eingeladen. Meine Meinung bleibt davon unberührt, 
und ich teile mit euch nur, was ich für teilenswert halte.

Pasta im Juni


30 Tage hat der Juni, 30 Tage habe ich im Juni was gegessen, und an sechs Tagen davon Pasta. Das klingt richtig wenig, wie ich finde, aber gut, ich war ja auch zwei Wochen im Urlaub. Wobei es auch dort natürlich Pasta gab, Spaghetti aglio e olio zum Beispiel (Rezept kommt bald!) und eine Eigenkreation, improvisierte Spaghetti alla Tapenade, die sehr gut waren, die ich für euch aber noch mal verbessern werde, bevor sie auf dem Blog kommen. Zudem gab es Pasta alla Norma, und ich habe ein Rezept mit Lamm gekocht, das bald auf den Blog kommt.

Wie oft gab es bei euch Pasta und welche? Schreibt es in die Kommentare!

Vegetarische Nudeln mit Oliven-Tapenade

Improvisierte Spaghetti alla Tapenade

Korsika – du wilde Insel im Mittelmeer


Ich war im Urlaub! Viel zu kurz natürlich, wie jeder Urlaub, aber einfach wunderschön und inklusive einiger kulinarischer Highlights. Ich sag nur handtellergroße Macarons! Wo ich war? Auf Korsika. Die Insel ist bekannt für ihre Produkte aus Kastanien. Bier, Kuchen, Polenta, alles wird aus oder mit Kastanien hergestellt, selbst das Fleisch der heimischen Schweine irgendwie, da diese sich von den zahlreichen Kastanien der Insel ernähren. Und natürlich ist auch die Pasta oft aus Kastanienmehl, was wirklich schmackhaft ist.

Der bekannteste Käse auf Korsika ist Brocciu (gesprochen bRɔtʃʊ, also Brott’schu), der König der korsischen Käse, und nein, es ist nicht der Stinker, den wir aus „Asterix auf Korsika“ kennen, sondern ein Frischkäse aus Schafs- oder Ziegenmilch, der wie italienischer Ricotta in sowohl süßen als auch herzhaften Gerichten eingesetzt wird.

Ebenfalls sehr lecker ist der Tomme Corsu Vecchiu, ein Schnittkäse aus roher Schafsmilch, den wir oft zur Vesper hatten, dazu ein leckeres Baguette.

Boulangerie: Echtes Bäckerhandwerk

Ich bin ein großer Brot-Fan, und ich liebe gute, handwerkliche Qualität. Seitdem ich selber backe, weiß ich, was eine lange Teigführung bei Brot ausmacht, und wie der Geschmack reinkommt. Deshalb bin ich auch im Ausland immer auf der Suche nach der besten Bäckerei.

Zum Glück lässt sich in Frankreich Qualität ganz einfach erkennen: Denn Boulangerie (Bäckerei) darf sich nur nennen, wer seine Brote selbst herstellt und vor Ort produziert. Tiefkühl-Teiglinge dürfen nicht eingesetzt werden, auch nicht, wenn sie selbst hergestellt wurden. Weiterer Tipp, um echtes Handwerk zu erkennen: Banette, das Baguette mit den langen, spitzen Enden, kann nur per Hand hergestellt werden. In der Maschine würde es brechen.

In Lecci auf Korsika haben wir eine Boulangerie gefunden, die einfach fantastische Brote herstellt – inklusive Blick in die Bäckerstube, wo ich immer, wenn ich da war, dem Bäcker begeistert dabei zugesehen habe, wie er die Banette geformt und eingeschnitten hat. Am Liebsten hätte ich ihn nach Tipps gefragt, denn bei meinen Baguette bekomme ich zwar den Geschmack hin, aber das Einschneiden und Formen ist verbesserungswürdig.

Das beste Baguette aber gab es am Parkplatz des Hafens von Solenzara, in der Boulangerie U Furnile di Solenzara. Perfekte Krume, perfekte Kruste und einfach ein unglaublicher Geschmack! Wir waren insgesamt drei Mal da und haben uns zum Abschluss noch Brot für die Vesper auf der Autofähre nach Genua mitgenommen.

Die Boulangerie ist übrigens auch ein super Start für eine Rundtour über den Col de Bavella runter nach Porto Vecchio. Ein Petit Dejéuner, ein belegtes Baguette als Proviant mitnehmen, und dann auf zu den vielen Sehenswürdigkeiten und Wanderungen auf der Strecke.

#Lovewins


Am letzten Tag des Junis war ich auf einer Hochzeit. So weit so normal. Doch es gab eine Zeit, als wir diese Hochzeit nicht hätten feiern können. Das lag nicht etwa daran, dass das Ehepaar sich in dieser Zeit noch nicht gekannt oder noch nicht geliebt hätte. Es lag auch nicht daran, dass sie sich noch nicht reif für die Ehe gefühlt haben. Es lag schlicht und einfach an ihrem Geschlecht, denn das ist das gleiche.

Jahrzehntelang wurde für die Ehe für Alle gekämpft, und seit dem 30. Juni 2017 dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Das war zufällig der Tag, an dem sich meine beiden Freunde ihre Lebenspartnerschaft offiziell haben eintragen lassen (seit 2001 möglich). Ein Jahr später sitzen wir in einem wunderschönen Raum im Bayerischen Hof und schauen einer wunderschönen Zeremonie zu, und es ist völlig egal, welchen Geschlechts das Ehepaar ist, es zählt einzig und allein, dass sie sich lieben, und das ist den ganzen Tag über zu spüren.

Das Essen an dem Tag war auch einfach nur fantastisch. Die Hochzeitstorte war dreigeschossig, die oberste mit einer Mangocreme (göttlich!), die Zwischenschicht mit einer Nougatcreme und unten eine Sachertorte mit selbstgemachter Marmelade des Ehepaares. Zudem gab es weitere Kuchen, auch für Veganer und Lactose- sowie Glutenintolerante. Abends habe ich mich in die Vorspeisen und den Lachs verliebt, und die Kartoffeln waren so gut, dass ich kurz davor war, den Service zu bitten, in der Küche nach der Sorte zu fragen. Apropos Service: Ich stehe drauf, wenn der richtig gut ist, und im Bayerischen Hof war er unglaublich gut. So gut, dass unser Kellner wusste, ob wir das Wasser still oder spritzig trinken oder gar nicht trinken und nur den Wein bevorzugen.

Frisch von der Weide: Irisches Lammfleisch


Lammfleisch ist etwas, das ich erst seit wenigen Jahren selbst zubereite. Klar, der Lammbraten zu Ostern war immer super lecker, aber selbst habe ich mir früher nie welches gekauft. Mittlerweile hat auch Lamm in meiner Küche Einzug gehalten, und so gönne ich mir ab und an beispielsweise etwas Lammlachse zu Rosmarinkartoffeln und Gemüse.

Aktuell läuft die Kampagne „Lamm. Das musst du probieren“, die das Bewusstsein für europäisches Lammfleisch stärken soll, und die zu einem Presse- und Bloggerevent geladen hatte. Laut dieser Kampagne hat sich seit der Jahrtausendwende die europäische Schafzucht verändert. Es wird weniger produziert und auch weniger konsumiert, die Konkurrenz aus dem Ausland wächst. Ich erinnere mich noch, dass früher neuseeländisches Lamm als das Maß aller Dinge galt, auch bei uns landete dieses an Ostern auf den Tellern, mittlerweile kaufen meine Eltern auch hier regional.

Europäisches Lammfleisch stammt aus traditioneller und nachhaltiger Produktion. In Irland, woher das Lammfleisch stammt, das wir in diversen Variationen probiert haben, stehen die Lämmer und die Schafe das ganze Jahr über draußen auf den meersalzgetränkten Weiden, werden somit quasi automatisch unter Biofleischbedingungen aufgezogen, und dürfen in Herden von bis zu 100 Tieren komplett frei rumlaufen. Im Vergleich: In Deutschland sind Wanderherden eher selten, hier wird die standortgebundene Haltung auf Koppeln bevorzugt.

Nun kann ich euch nicht sagen, ob ich den Unterschied zwischen deutschen, neuseeländischen oder irischem Lammfleisch schmecken würde. Was ich euch sagen kann, ist, dass das uns servierte Fleisch in allen Variationen einfach köstlich war und ganz zart.

MEIN TIPP DES MONATS: Podcast Crispel Foodcast


Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Podcasts bin. Drölfzigtausend dürfte ich abonniert haben, und natürlich sind auch einige Foodie-Podcasts darunter. Unter anderem der Podcast Crispel Foodcast, in dem sich alles um gutes Essen dreht. In Interviews oder Solo-Episoden gibt Jackie spannende Infos und Tipps. In Folge 13 hat sie sich dem Thema Olivenöl angenommen, und da Olivenöl essentiell für Pastamaniacs ist, ich noch nicht meine Kategorie „Pastawissen“ veröffentlicht habe, könnt ihr euch in dieser Podcastepisode schon mal über dieses wunderbare Öl informieren.

WOFÜR ICH IM JUNI DANKBAR WAR


  1. Für Europa: Reisen zu dürfen ist großartig! Dabei nicht stundenlang an Grenzen zu stehen, auch. In Frieden zu leben sollte allen Menschen vergönnt sein, und gemeinsam sind wir immer stärker als allein. Ich verstehe einfach nicht, wie manche Menschen dieses Geschenk nicht zu schätzen wissen und es leichtfertig aufs Spiel setzen.
  2. Für Menschen, die etwas bewegen: Sich für etwas einzusetzen, womöglich noch für etwas, wovon man selbst nicht betroffen ist, fällt den meisten Menschen schwer. Mir auch, das gebe ich ganz offen zu. Deshalb bin ich umso dankbarer für alle Menschen, die sich für Gutes einsetzen, in der Gesellschaft etwas bewegen und diese Welt zu einem besseren Ort machen.
  3. Für meinen Balkon: Auf dem wachsen nämlich ganz viele Sachen, deren Anblick mich jeden Tag glücklich macht. Von Tomaten über Auberginen und jeder Menge Kräuter habe ich zudem ein wildes Potpourrie an Blumen, auch Wildblumen für Bienen und Hummeln sind dabei, und ich freue mich wie eine Blumenkönigin über jede neue Blüte.

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