Vom Genießen und alleine essen

Portrait Sabine Sikorski, pastamaniac.de, Credit: _raimund verspohl portraits

„Ne, für mich alleine koche ich nicht. Das lohnt sich nicht.“

„Alleine essen? Das schmeckt irgendwie nicht.“

Aussagen, die ich sehr oft von Freunden und Bekannten höre. Damit sind sie nicht allein. Gibt man „allein essen“ bei Google ein, kommen Beiträge über „Allein essen ist doof, Alleine essen ist wie Masturbation – man ist zwar hinterher entspannt, so recht befriedigt aber nicht“ und zig Posts aus diversen Foren, in denen Menschen darüber schreiben, dass sie nicht gerne alleine essen. Studien besagen, alleine essen mache dick, unglücklich, einsam. Und immer wieder das Thema „genießen“. Alleine kann man sein Essen anscheind nicht genießen. Mindestens zu zweit müsse man sein, damit die Gerichte schmecken. Zutaten sind egal, das Essen selbst spielt keine Rolle, einzig die Anzahl der anwesenden Personen scheint darüber zu entscheiden, ob etwas schmeckt, ob man genießt oder nicht.

Vom genießen. Tisch mit rot-weiß-karierter Tischdecke, Stuhl und Lampe

Credit: unsplash.com/@leeroyagency

Klar, ein schönes Essen mit Freunden, dem/r Partner/in oder im Kreis der Familie macht Spaß. Man redet, lacht, bekommt Komplimente für die Speisen, die man vorsetzt, hat diese vielleicht sogar schon gemeinsam zubereitet. Schön ist das, keine Frage. Nur: Freunde lädt man nicht jeden Tag ein, Essen muss man aber jeden Tag. Deshalb koche ich für mich. Auch allein. Gerade allein!  Denn Erstens muss ich natürlich essen; ich habe Hunger, mein Körper möchte Nahrung, also gebe ich sie ihm. Zweitens wollt ihr ja neue Pastarezepte hier im Blog lesen, also muss ich schon deshalb kochen. Drittens, und das ist viel wichtiger: Tue ich mir etwas Gutes damit und deshalb lohnt es sich auch.

Tut euch was Gutes: Kocht!


Essen ist wichtig. Es macht was mit euch und eurem Körper. Sorgt dafür, dass es euch gut geht, dass ihr stark seid und Energie habt. Hinzu kommt: Kochen, Backen und Essen gehören zu den schönsten Dingen des Lebens. Egal ob allein, zu zweit oder mit mehreren, es lohnt sich immer, für jeden. Deshalb: Kocht, wenn ihr hungrig seid. Macht euch etwas Tolles zu essen, wenn ihr Lust darauf habt. Ein schönes Sandwich? Haut rein! Ein leckerer Salat? Na klar! Bock auf Raclette aber keiner hat Zeit? Dann schmeißt den Raclettegrill nur für euch an. Ein Teller Pasta? Ich kenne da einen Blog mit echt vielen Pastarezepten

Ich esse sehr gerne allein. Ich genieße es, genau das zu kochen, worauf ich Lust habe. Genieße es, zwischendurch zu probieren, vom Essen zu naschen. Muss mir keine Gedanken darüber machen, ob es einer anderen Person zu scharf, zu salzig, zu vegetarisch ist. Ob zu viel Knoblauch am Essen ist oder zu wenig. Kann zum dritten Mal in der Woche Spaghetti mit Tomatensauce kochen. So viel Parmesan drüber raspeln, wie ich möchte.

Das Beste: Wenn es richtig, richtig gut war, schlecke ich den Teller ab. Weil ich es kann. Und dann denke ich: Alleine essen ist echt schön!

 

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Fotocredit Titelbild: _Raimund Verspohl Portraits

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