Von Konsistenzen

Gedankendonnerstag: Von Konsistenzen - von Menschen, die keine Nudeln mögen. Tagliatellenester auf Holzbrett

„Mein Freund isst keine Nudeln.“ Ich nicke verständnisvoll, rolle innerlich mit den Augen und schweife gedanklich ab, bevor ich mir womöglich die Gründe für seine Low Carb-Ernährung anhören muss.

„Wegen der Konsistenz.“

Äh, was? Jetzt horche ich doch auf, bin ehrlich interessiert und frage nach. Denn: Wie kann man Pasta aufgrund der Konsistenz nicht mögen? Klar gibt es Lebensmittel, die sich im Mund seltsam anfühlen. Haloumi aka Quietschekäse zum Beispiel. Oder Kalbsbries. Oder gar Octopus! Ich sach nur Saugnäpfe…

Aber Nudeln? Wegen der Konsistenz??

Nun, seine Freundin versteht es auch nicht, leidet sogar ein wenig darunter, weil sie Pasta immer alleine essen muss. Ich habe dafür volles und echtes Verständnis, und wir fangen an, über die Großartigkeit von Nudeln zu reden, schweifen ab zu anderen Lebensmitteln, die wir mögen, reden über dies und jenes und haben insgesamt einen tollen Abend.

Auf dem Nachhauseweg geht mir der Konsistenzgedanke nicht aus dem Kopf, und ich fange an, nachzudenken. Denn – ihr werdet es bemerkt haben – ich habe eine Vorliebe für Spaghetti. Andere Nudelsorten kommen auch ab und an auf den Tisch, und tatsächlich gibt es Gerichte, zu denen ich andere Formen bevorzuge, doch Spaghetti sind und bleiben meine Favoriten.

Von Knubbeln und Spiralen


Was ich hingegen gar nicht mag, sind Farfalle. Diese seltsamen Schmetterlinge mit den ausgefransten Rändern und dem dicken Knubbel in der Mitte, diese komische Nudelform, die die ganze Zunge bedeckt, irgendwie eigenartig zu beißen und zu kauen ist, wie ein Fremdkörper. Gleiches gilt für Fusilli aka Spirelli. Dieses gedrehte Etwas, das wie Farfalle angeblich die Sauce am besten annimmt, und sich doch nur ungewohnt im Mund anfühlt, irgendwie falsch, und einem die Lust am Essen nimmt, auf jeden Fall mir, und doch wie Farfalle von so vielen heiß geliebt wird, besonders im Nudelsalat, der ja per se schon ein seltsamer Genosse ist, aber das ist ein anderes Thema.

Nachdem mir klar wird, dass es die Konsistenz besagter Nudelformen ist, also ihre Beschaffenheit und das Gefühl, das sie bei mir im Mund auslösen, wenn ich sie esse, und somit meine Abneigung gegen sie auslöst, wird mir noch etwas klar: Gäbe es auf dieser Welt nur Farfalle und Fusilli, ich würde keine Pasta essen.

Mir schaudert bei dieser Vorstellung, obwohl es draußen noch warm ist, ich laufe schnell heim und danke den Italienern für drölfzig verschiedene Nudelformen, vor allem aber für die Spaghetti.

6 Kommentare

  1. Ich liebe Farfalle, weil die in der Mitte diesen noch etwas bissfesteren Kern behalten 😀 Aber ich mag eigentlich alle Nudelformen – nur bevorzugt Vollkorn 😉
    Liebe Grüße
    Carla

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